Norbert Sternmut: Marlies

Tiefgehen, emotional, nihilistisch

marliesMarlies ist wieder da!

„Marlies“ ist die Fortsetzung des Romans „Der Tote im Park“, den es jedoch nicht braucht, um „Marlies“ zu folgen.

Sternmut besticht durch brillante bildhafte Sprache, durch viel Metaphorisches und beides ist ein Genuss, da treffend und stilsicher.

Jahre sind vergangen. Im Leben des erzählenden Schriftstellers Norman hat sich einiges geändert. Er führt nun ein bürgerliches Dasein, hat Frau und Kinder, doch scheint es dem geneigten Leser, als belüge sich der Schriftsteller selbst, wenn er von seinem jetzigen Leben schwärmt. Seine Frau Regina bietet ihm einen Rahmen, in dem er lebensfähig ist. Doch glaubt er sie nicht zu lieben. Er liebt scheinbar Marlies, was ihm schlagartig klar wird, als sie nach Jahren wieder bei ihm vor der Tür steht. Die „Liebe“ – eine groteske Mischung aus Geilheit, Leidenschaft und Untergang, der er sich nicht entziehen kann, und wenn er an ihr zugrunde ginge.

Er hat die Wahl:

Entweder das seichte, lange Leben an Reginas Seite, leidenschaftslos, dafür sicher, geordnet und geborgen

oder das kurze, verrückte Dasein an Marlies Seite, voller Leidenschaft und Trieben.

Höllenfahrten. Apfelkuchen oder Sachertorte. Sekt oder Champagner.

Langeweile oder ein erfülltest Dasein, kurz aber den Trieben und Träumen entsprechend?

Marlies ist die Herausforderung, die den Schriftsteller Norman an seine Grenzen führt, sie ist seine Hure, seine Muse und Inspiration, sein Steigen und Fallen, sein Leben und Sterben,

all dass, was der Schriftsteller braucht, um aus seiner Schreibhemmung wieder sprachliche Bilder zu formen.

Marlies ist wieder da…

und Eva Adam ist tot. Der werte Herr Inspektor, der auch in „Der Tote im Park“ die Ermittlung aufnahm, spielt auch in diesem Roma wieder seine Rolle.

Der werte Herr Inspektor, des Schriftstellers geheimes Vorbild, dem er nacheiferte. Frau, zwei Kinder. Der es schon im ersten Buch nicht schaffte, die Morde aufzuklären. Schafft er es nun im Mordfall „Eva Adam“? Und… welche Rolle spielt Marlies? Ja, gab es überhaupt Tote?

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Mich hat dieser Roman allein schon wegen der brillanten Sprache Sternmuts und der wechselnden Perspektive des Erzählers fasziniert. Es ist nicht immer leicht zu lesen, zu folgen und zu verstehen. Aber auch – oder gerade dies macht den Roman so lesenswert.

Bisweilen humorvoll, anderseits nihilistisch und gar morbide beschreibt Sternmut Gefühle eines Menschen zwischen Liebe und Abneigung so brillant und unterhaltsam, dass ich diesen Roman jedem ans Herz lege, der sich stilvoll unterhalten möchte und literarischen Anspruch zu schätzen weiß.

Gebundene Ausgabe: 330 Seiten

Verlag: Wiesenburg Verlag; Auflage: 1., Aufl. (11. Juli 2003)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3932497899

ISBN-13: 978-3932497896
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