Märchenhaftes Elbsandsteingebirge

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So alle paar Jahre muss ich hierher. Das Elbsandsteingebirge ist für mich ein absoluter Sehnsuchtsort, zu dem es mich seit meiner Kindheit immer wieder hinzieht.

20180616_124655Ich liebe das Urige, das Ursprüngliche, und dass die Natur sich hier selbst verwirklichen kann. Nur hier und da werden akute Gefahrenquellen beseitigt, ansonsten darf die Natur sich ihre Bahnen schlagen, wie sie möchte. So entsteht ein perfekter Kreislauf aus Leben, Sterben und Wiederauferstehung. Der tote Baum wird Nahrung für neue Bäume und zahlreiche Insekten, die so wichtig sind, um diesen natürlichen Kreislauf zu erhalten. Der Blick in dieses Biotop unterscheidet sich ganz deutlich von dem in unsere kultivierten Wälder, in denen hastig jeder entwurzelte Baum mit deutscher Gründlichkeit entsorgt wird oder20180618_132652 forstwirtschaftliches Interesse die Baumbestände ausdünnt und somit den Kreislauf zum Erliegen bringt. Bäume kommunizieren miteinander über Geflechte und Wurzelausläufer, sie helfen einander, wenn Not herrscht, umhegen ihren Nachwuchs und warnen sich gegenseitig. Damit das geschieht, darf der Menschen aber nicht eingreifen und diesen empfindsamen Kreislauf stören.

Das Elbsandsteingebirge ist märchenhaft. Ich habe viele Bilder gemacht, aber keines kann die Emotionen vermitteln, die man spürt, wenn man zwischen den imposanten Sandsteintürmen steht und ehrfürchtig betrachtet, was unsere wunderbare Natur geschaffen hat. Es hat etwas beinahe Surreales, als würde man in eine andere Welt blicken.

20180617_193553Auch die wunderschönen Städtchen entlang der Elbe sind immer ein Besuch wert. Ich liebe den Kurort Rathen über alles. Wenn ich dort ankomme, fühle ich mich von der ersten Sekunde an zu Hause. Man entschleunigt. Beidseitig der Elbe schmiegen sich wunderschöne Häuschen am Ufer entlang, verbunden durch die Gierseilfähre, die absolut umweltfreundlich, da nur von der Strömung angetrieben, die Menschen zwischen Nieder- und Oberrathen bewegt. Die weltbekannten Schwedenlöcher sind hier zu finden, durch die man vom Amselgrund zur Bastei hinauf gelangt. In der Hauptsaison erinnert dieser Gang aber eher an eine Ameisenstraße. Bis zu 2000 Leute täglich wandern dann durch die Schwedenlöcher zur Bastei hinauf.

Eine Unterkunft, die ich in Niederrathen sehr empfehlen kann, ist die Villa Landeck der Familie Stuckart. Von der großen Terrasse aus hat man einen grandiosen Blick auf die Bastei am gegenüberliegenden Elbufer. Gerade abends, wenn die Bastei-Gaststätte beleuchtet ist, ist das ein Erlebnis.

20180615_193157Auch die Stadt Wehlen ist ein kleines Juwel. Kommt man von Oberrathen in diese Stadt, kann man am Elbufer (ca. 3,5 km) entlanglaufen und herrschaftliche Villen bestaunen. Wehlen ist sehr beschaulich, sehr ruhig gelegen (Rathen ist da schon etwas bewegter). Der kleine Marktplatz mit der imposanten Kirche ist wunderschön. Auch kann man auf die Burgruine steigen und sich das Städtchen von oben ansehen, wobei dieses Foto entstanden ist.

Du sonniges Wehlen, du Perle der Schweiz.
Du liebliches Städtchen mit eigenem Reiz.
Du bist für mich alt, doch stets wieder neu,
Du sonniges Wehlen, dir halt ich die Treu.

(Das Wehllied von Hede Willecke)

Eine Unterkunft, die ich in Wehlen empfehlen kann, ist das Wehlener Landhaus. Wer allerdings seine Koffer nicht den Berg hinauswuchten will und sich an einen gewissen Lärmpegel vorbeifahrender Züge stört, für den ist diese Wohnung nichts. Die Wohnung liegt am Berghang und fängt jegliche Geräuschkulisse auf. Uns hat es nicht so sehr gestört. Muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

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Die beste Reisezeit, um die sächsische Schweiz zu erkunden, ist die Vor- oder Nachsaison. An den Wochenenden und während der Saison ist es dort heillos überlaufen. Man spürt das, wenn man (wie wir) außerhalb der Saison reist und am Wochenende alles plötzlich regelrecht mit Menschen überflutet. Unterhalb der Woche in der Vor- und Nachsaison hat man die Wälder und Berge fast für sich allein. Man kann komplett abschalten.

Warum in die Ferne schweifen, sieh`, das Gute liegt so nah. Auf den Nationalpark Sächsische Schweiz trifft das definitiv zu. Es gibt hier so viel zu bestaunen, zu erwandern und zu genießen, dass es mit einer Reise nicht getan ist. Ich komme immer wieder hierher.

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Ich bin ein Wanderer und ein Bergsteiger, sagte er zu seinem Herzen, ich liebe die Ebenen nicht, und es scheint, ich kann nicht lange stillsitzen. Und was mir nun auch noch als Schicksal und Erlebnis komme – ein Wandern wird darin sein und ein Bergsteigen: Man erlebt endlich nur noch sich selbst. (Nietzsche)

3 Gedanken zu “Märchenhaftes Elbsandsteingebirge

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