… ausgeschlaaaaand

Ich habe Fußball geguckt. Deutschland gegen Südkorea. Ich weiß gar nicht, wann das anfing mit dieser Fußballguckerei, und seltsam ist es zudem, denn Fußball interessiert mich echt die Mücke. Nur die Fußball-WM, die gucke ich. Von wegen »Sport verbindet« und »Dabeisein ist alles.«

Natürlich kenne ich die Abseitsregel. Nicht! Die wurde mir tausend Mal erklärt. Ich vergesse sie immer wieder, weil für so ein Schwachsinn kein Platz in meinem Kopf ist. Den Blödsinn haben sich Männer nur ausgedacht, um uns Frauen zu verwirren und etwas zu haben, das nur sie verstehen und sonst keiner. Damit sie bei WM Parties im Schrebergärtchen zwischen Bock und Bockwurst über etwas reden können, das für uns Frauen klingonisch klingt. Völlig unverständlich. Chut football Dap.

Was uns Frauen beim Fußball viel eher interessiert, ist, ob Jogi Löw tatsächlich Nivea Deo benutzt und wie sein Geruchs-Checkup, dem er sich ja all zu gerne in aller Öffentlichkeit hingibt, diesmal ausfällt. Ich mag den Jogi sehr. Zum Ersten schaut er gut aus (und nein, wir diskutieren jetzt nicht über verschiedene Geschmäcker) und zum Zweiten bekommt er elf Männer unter einem Hut. Ich nicht mal einen.

Deutschland ist raus. Das ist wieder so ein Tag, an dem Männer entdecken, dass sie Tränendrüsen besitzen und in der Lage sind, diese auch durchaus zu benutzen. Wenn die Kameras nach solchen Spielpleiten direkt in die Ränge schwenken, sieht man manches Mannsbild verstohlen mit den Fingern in die Augenwinkel tasten und ungläubig auf die Sturzbäche starren, die sich da aus seinem Kopf Bahn brechen. Wie gesagt, sind wir raus. Und mit diesem Aus wird die Presse noch heute in die kollektive Alzheimer verfallen und vergessen, dass wir vor vier Jahren den Weltmeistertitel geholt haben, und die Jungs zerfetzen, dass es eine Freude ist. Wie immer, wenn Sportler, die Großes geleistet haben, nicht mehr ihre Leistungen bringen und das holde Volk keinen Grund hat, IHRE Spieler, also quasi Deutschland in persona, hoheitlich zu empfangen und auf der Fanmeile in Berlin zu huldigen. Boris Becker kann da ein Lied von singen. Auch so ein Knappe, dem man früher die Füße geküsst hat und später mit den eigenen trat. Der war auch mal Deutschland. Wir haben eben keinen Grund, UNS zu feiern, was wir auf Kosten anderer ja ganz gerne tun. Dann heißt es: “Wir sind Weltmeister!” oder “Wir sind Papst”, obwohl wir bierwanstig, schwerfällig und träge mit der Pulle auf der Couch hocken und das Urbi et orbi bei uns nicht als apostolischer Segen sondern bestenfalls als Nebendarsteller in Star Wars durchginge. Aber so sind wir.

Da haben uns die Jungs aus Samsung-Land eingetütet wie Werthers Echte. Da kann man sagen, der Drops ist gelutscht. Ausgerechnet eine Mannschaft, die es mit Hängen und Würgen durch die Qualifikation geschafft hat. Samsung heißt übrigens zu deutsch “Drei Sterne”. Na, wenn das man kein Omen auf den zukünftigen Trikot-Schmuck der koreanischen National-Elf ist. Winking smile

6 Gedanken zu “… ausgeschlaaaaand

  1. Besser kann es nicht ausdrücken 👍 – habe auch gerade an bierbäuchige Bewegungslegastheniker denken müssen, die nun zerknirscht nörgelnd mehr Expertise besitzen werden, als zehn Bundestrainer zusammen… 😉

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  2. geweint habe ich nicht, aber mich ein wenig geärgert. am ende konnte ich nicht mehr hinschauen.
    ich würde die jungs auf dem platz niemals zerfetzen. doch mitleid habe ich auch nicht mit ihnen. sie verdienen genug. schade halt für den ein oder anderen spieler, der sich mehr vorstellte. für einige wird es die erste und letzte weltmeisterschaft gewesen sein. tja, und was diesen löw angeht – der soll gut aussehen?? hast du dir den schon mal näher angeschaut? und dann sein schwäbeln und stockendes gerede – zum einpennen, immer dasselbe. er trägt die verantwortung für das vorzeitige aus der deutschen mannschaft. aber gut, auch ihn will ich nicht zerfetzen. fußball interessiert mich nur peripher bei solchen großevents. zur zeit ist mir jede blöde ablenkung willkommen. schon seltsam, dass ich mich dann doch über das spiel ärgerte…
    die abseitsregel – ich dachte immer, die wäre von frauen gemacht, weil sowas dämliches eigentlich nur einem frauenhirn entstammen kann. wer braucht abseits? dann die ewige streiterei: war der nun im abseits oder nicht oder gerade ein bisschen? typisch frau, oder? und die abseitsfalle, auch typisch weiblich: frau lässt mann gegen die wand laufen. und wir typen sind immer wieder so blöd und fallen drauf rein.

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  3. Danke für einen sehr unterhaltsamen und humoristischen Beitrag und wenn ich etwas entscheiden dürfte, dann wäre es ein Empfang mit einem ansonsten stillen Applaus für die ganze Mannschaft, inkl. dem ganzen Personal um unsere Jungs, die ja nur dafür bezahlt werden niemals erwachsen zu werden und die einfach keinen Spaß in diesem Turniert hatten und daran ändert kein Geld der Welt etwas …

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  4. Das ist wahr. Sicher war auch die Zusammenstellung der Mannschaft sehr unglücklich gewählt, als wären die Jungs kein Team. Und wenn der Teamgeist fehlt, bringt das beste Training der Welt nichts.

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