Selbstabtreibung

Kroch aus dem Nabel
und hab beäugt
den Vater,
der mich nur gezeugt.
Kroch zurück und weinte,
weil Vaters Samen einte,
was Mutter wollte,
Vater nicht.
Dort in der Furche einer Geilen,
tief im Schritte weilen
Vaters Samen, leichenblass.
Mutters Hoffnung, rosarot.
Und ich trat ohne Unterlass
Samen und Hoffnung tot.
Kriech aus dem Nabel
und betrachte,
was Vaters Samen nicht vollbrachte,
wo Mutters Hoffnungen zerfließen,
wird sich die geile Furche schließen.


© 2002 Daniela Wegert (Winfoth) [Kopieren und Verbreiten nur mit namentlicher Nennung der Autorin gestattet. Alle Rechte am Text verbleiben bei der Autorin]

3 Gedanken zu “Selbstabtreibung

  1. warum ausgerechnet ich – warum kam anstatt meiner nicht ein anderer auf die welt?
    drum sagte ich mir schon früh, dass bei mir die fortpflanzung endet. schreckliche vorstellung, ein neues „ich“ zu zeugen und zum leben zu verurteilen. ich glaube, meine eltern dachten darüber nicht nach, als sie… war nicht einfach, ihnen zu verzeihen.

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